Ursprünglich war das heutige Flurgebiet „Erlen“ ein Eichenwald. 1836 beschloss die Gemeindeversammlung, den Wald zu roden und den Boden für den Ackerbau zu nutzen. Jede Burgerfamilie erhielt eine Jucharde Land zugeteilt, auf der sie Kartoffeln, Rüben und Getreide anpflanzen konnte. Auf Initiative von Berhard Anklin, der zugleich Lehrer, Müller und Posthalter war, wurden im Jahr 1890 gegen 500 Obstbäume gepflanzt. Mit dem Wandel des Bauerndorfes zu einem Industrieort haben immer mehr Zwingner ihre Pflanzplätze aufgegeben und den wenigen übriggebliebenen Bauern verpachtet. Die gepflanzten Bäume verschwanden nach und nach und wurden einer intensiven Landwirtschaft geopfert. Später, während des Zweiten Weltkrieges, liess der damalige Gemeinderat auf den Erlen erneut mehrere hundert Bäume pflanzen, denen aber schon bald ein ähnliches Schicksal beschieden war.
Sollen die gepflanzten Bäume gedeihen, müssen sie gehegt und gepflegt werden. In den 90er-Jahren entstand eine gute Seilschaft. Es war die Burgergemeinde, die gezielt zusammen mit initiativen Bauern und dem Schweizerischen Vogelschutz das Pflanzen von Hochstämmlern wieder aufnahm. Einen besonders schönen Beitrag zur Renaturierung des Kulturlandes auf den Erlen leisteten 19 Schülerinnen und Schüler der regionalen Weiterbildungsklasse unter der Leitung ihres Lehrers Erich Anklin. Im März 2001 pflanzten sie 60 Hochstamm-Obstbäume von vorwiegend selten gewordenen Sorten. Auch wenn diese alten Sorten nicht so ertragreich sind wie die neuen Niederstamm-Züchtungen, schaffen sie doch notwendigen Lebensraum für bedrohte Tierarten.
Zu Sicherstellung der Obstbaumpflege wurde 2005 von der Burgerkorportion die Obstzunft gegründet.
Sie hat die alte Tradition wieder aufgenommen und pflegt die Obstbäume auf den Erlen. Mittlerweile betreuen die Zunftmitglieder gegen 150 Apfel-, Birnen- und Kirschbäume. Die Obstzunft leistet einen wertvollen ökologischen Beitrag zur Aufwertung des Landwirtschaftsgebietes. Sie rettet alte Obstsorten vor dem Aussterben, schafft Lebensraum für Vogelarten und fördert so die Rücksichtnahme auf die Natur.
Zur Pflege der Bäume gehört auch die Ernte der Früchte und deren Verarbeitung. Ein besonders feines Aroma sollen die gebrannten Erlenfrüchte hergeben.

